Geländesport-Klassik-Sonderheft Nr. 3

Klassik Motorrad GS - Geländesport Spezial

 

Ausgabe 3 im Handel erhältlich

Der sehr lebendigen Szene der klassischen Gelände- und Cross-Motorräder widmet sich auch das dritte „Klassik Motorrad"-Sonderheft. Die Themen: Rolf Witthöft und seine Meister-Kawasaki Z 750 von 1978 (Bild). Die Geschichte der Suzuki PE-Modelle, die Epoche der Viertakt-Crosser und Teil 2 der Maico-Historie. Müller-Yamaha XT 500-Umbauten, Zündapp GS 125, Schmider-NSU Max-Nachbau. Herbert Schek, die deutsche Moto Cross-Szene und weiteres.

2012-10 Leitartikel

Jo Soppa - Chefredakteur MO

Jo Soppa

Macher, Typen und Wahnsinnige

Eine gute Portion Wahnsinn gehört seit jeher zum Motorradgeschäft

Schon der große Philosoph und Schwimmmeister Schlotterbeck brachte es auf den Punkt: Hüte dich vor den Weltverbesserern und Pfennigfuchsern. Die einen haben aus Neandertalers Holzkeule die Atombombe gemacht, die anderen verkaufen dir einen Stein, wenn du einen Hammer verlangst. Dafür ist der Stein bunt angemalt.
Was zwischen diesen weit verbreiteten Modellcharakteren anzutreffen ist, darf ungestraft leibhaftig gelebter Wahnsinn genannt werden. Und man darf vom Glück reden, dass neben den beiden erstgenannten Gruppen vor allem die angenehm Wahnsinnigen seit jeher die Motorradbranche bevölkern. Leute, die nicht zuerst nach Zweck, Nutzen und Profit fragen, sondern die einfach ihr Ding machen. Auch wenn alle Vernunftbegabten verständnis-los den Kopf schütteln. Ohne solche Menschen gäbe es keine neue Horex, keine Ducati, keine Harley-Davidson, keine Honda und auch keine BMW. Denn was angesichts der eindrucksvollen Erfolge bayerischen Motorradbaus in den letzten Jahren gerne übersehen wird, ist die Tatsache, dass in den oberen Etagen der Konzernleitung vor noch gar nicht so langer Zeit über die Schließung der Motorradsparte nachgedacht wurde. Sie wissen ja, die Pfennigfuchser. Dass der Wahnsinnsfaktor analog zur Größe der Firma zurückgedrängt und domestiziert wird, sieht man derzeit nicht zuletzt bei den japanischen Motorrad-Fabrikanten. Wenn die wirtschaftlichen Zeiten härter werden, haben Weltverbesserer und Pfennigfuchser nur noch wenig mitzuteilen. Es hilft dann nicht weiter, Abgelutschtes wechselseitig noch weiter zu kopieren und Herstellungskosten unter dem Deckmantel elektronischer Gimmick-Neuheiten geflissentlich zu drücken.
Das Thema Motorrad lebt zumindest in Europa stark von der Magie der Dinge. Und Magie, das schaffen nur Wahnsinnige. Auch wenn mancher Wahnsinnige gar nicht weiß, dass er zu diesem auserwählten Kreis gehört. Und man muss solche Leute auch machen lassen. Man denke etwa an die Allianz von Cagiva-Boss Claudio Castiglioni und Motorrad-Maniak Massimo Tamburini. Die Ergebnisse hießen Ducati 916 und MV Agusta F4. In diesem Zusammenhang sollte das Wort „Design“ nur mit größter Vorsicht als rettende Wunderdroge gepriesen werden. Die Realität sieht nämlich ganz anders aus. Denn zur Pestgeißel der Neuzeit gehören zweifellos auch manche Designer mit ausgeprägt künstlerischem Sendungsbewusstsein.
Rückendeckung bekommen solche Verpackungsexperten dann aus der dominierenden Marketing-Abteilung, weil die Techniker in den meisten Fällen nur noch ein Mitspracherecht haben, wenn es um die billigere Detaillösung geht. Design-Weltverbesserer und Pfennigfuchser zusammen sind der Fluch der modernen Industriegesellschaft. Ganz schlechte Motorradbauer sind sie sowieso.
In dieser MO-Ausgabe machen wir’s eine Nummer kleiner. Wir stellen im großen Spezialteil ab Seite 14 Typen, Macher, Handwerk und Maschinen vor, die unsere Motorradseelen bewegen. Wenig erstaunlich, dass sich dabei vieles in Italien abspielt. Das südliche Nachbarland ist seit Jahrzehnten so etwas wie das Motorradherz Europas. Dabei sind es besonders die kleinen und kleinsten Firmen, die mit Enthusiasmus immer wieder Öl ins bisweilen müde flackernde Motorradfeuer gießen und somit auch wie eine Art Katalysator für die gesamte Szene wirken können. Begeisterung muss hin und wieder angefacht werden.
In Deutschland fällt das auch in unseren Zuständigkeitsbereich. Denn Freude am Motorrad hat nichts mit dem Zusammenzählen von Testsiegerpunkten zu tun, sondern einzig und allein mit den Erlebnissen, die im und im Angesicht des Motorradsattels eingesammelt werden können. MO-Leser wissen das, und deshalb sind sie schon mal die besseren Wahnsinnigen.

Willkommen im Club.
Ich wünsche Ihnen wahnsinnig viel Freude mit der aktuellen MO-Ausgabe
 

Jo Soppa, Chefredakteur

 

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Motorrad-Magazin MO 2012-10

Motorrad Magazin MO, Ausgabe 2012-10

Leitartikel: Macher, Typen und Wahnsinnige. Eine gute Portion Wahnsinn gehört seit jeher zum Motorradgeschäft

Eine neue Ausgabe, diesmal mit großem Spezialteil zum Thema Macher, Typen und Motorräder. Wir stellen kreative Köpfe und ihre Maschinen vor. Motorrad-Menschen, die uns alle bewegen, die der Szene ein Gesicht geben und Bleibendes geschaffen haben

Weitere Themen:

 

Kompasstest Suzuki GSX-R 1000, Victory Cross Roads Classic, BMW C 600 Sport, Elektro-Trends, Neues aus dem MO-Fuhrpark, Navigationssysteme, Erlebnis Zillertal, Hot Shot Metzler-KTM LC8 und vieles mehr


Motorrad-Magazin MO 2012-09

MO 2012-09

Leitartikel: Für die reale Welt. Nicht nur italienische Motorrad-Manufakturen sind für große Überraschungen gut

Eine neue Ausgabe, diesmal mit großem Extrateil rund um den Sport. Wir fuhren mit vier Superbikes in den Schwarzwald zur ehemaligen Bergrennstrecke Schauinsland und danach direkt auf den Anneau du Rhin. MO-Teamfahrer Kevin Wahr startete mit einer Wild Card in der Moto3-Klasse am Sachsenring –und vieles mehr

Weitere Themen:

 

BMW F 800 GS und F 700 GS, Horex VR6, Breganze SF 750, MV Agusta Brutale 675, Honda VFR 1200, Reifentest-Finale, Beta Evo und KTM Freeride, Kawasaki W 650/800, Klassische Motorrad-Jacken uvm.


2012-09 Leitartikel

Jo Soppa - Chefredakteur MO

Jo Soppa

Immer die Kleinen

Für die reale Welt. Nicht nur italienische Motorrad-Manufakturen sind für große Überraschungen gut

Ganz gleich, ob es um das Abführen von Steuergeldern oder die wichtigen Impulse für die Motorradszene geht: Auf die Kleinen ist Verlass. Oder wie es in Amerika so treffend heißt: Es sind die kleinen Leute, die die Welt am Rotieren halten. Aber was heißt schon klein, was groß? Letztlich ist das nur eine Frage der Perspektive – oder der Abgehobenheit.
Alles andere als abgehoben sind jedenfalls die Leute um Clemens Neese. MO-Lesern ist dieser Name in Verbindung mit den Wiederbelebungsversuchen rund um die Marke Horex wohl bekannt. Seit gut vier Jahren unternimmt Neese alles, um eine Motorradgeschichte auf eine Art und Weise fortzusetzen, die besonders hierzulande absoluten Seltenheitswert besitzt. Er will ein von vorne bis hinten, oben und unten vollständig neu entwickeltes Motorrad in Serie bauen. Bisweilen belächelt, bisweilen bewundert, ist ihm zumindest jetzt das Kunststück gelungen, die ersten fahrbereiten Fahrzeuge der Presse zum Test vor die Füße zu stellen. Wie es um das Projekt Horex genau steht, erfahren Sie in dieser Ausgabe ab Seite 16.
Im südlichen Nachbarland Italien sind derartige „Startups“, wie das auf Neudeutsch heißt, fast schon an der Tagesordnung. Um die Dauerhaltbarkeit dieser Neugründungen ist es nicht immer zum Besten bestellt. Aber es ist garantiert viel ansteckender Enthusiasmus mit im Spiel, der doch stets neue Geldgeber aktiviert, wenn so einem Projekt mal wieder die finanzielle Puste ausgeht.
Sehr erstaunlich ist da etwa die Entwicklung, die MV Agusta seit dem Ableben des Seniorchefs Claudio Castiglioni genommen hat. Inzwischen führt sein Sohn Giovanni die Geschäfte, und der scheint mit seinen ausnahmsweise einmal kühl kalkulierten Plänen so schlecht nicht zu liegen. Mit der neuen Dreizylinder-Generation will man jetzt mit günstigen Preisen, moderner Fertigungstechnik und rigider Qualitätskontrolle auf die Stückzahlen kommen, die der ruhmreiche Markenname verdient hat. Wie sich die aktuell günstigste MV Agusta, nämlich die 675er Brutale, im ureigenen Motorradrevier aufführt, sagen wir Ihnen in diesem Heft.
Und weil Italien immer eine Reise wert ist, bleiben wir gleich dort. Guido Kupper und Andreas Güldenfuß besuchten eine ganz kleine Firma, die sich dem Geist der ehedem großen, kleinen Marke Laverda verpflichtet sieht. Die Namensrechte von Laverda liegen in den Händen des Piaggio-Konzerns, und die scheinen mit ihren anderen Motorradmarken Aprilia und Moto Guzzi genügend Baustellen zu haben. Neue Laverdas sind derzeit also pures Wunschdenken. Also gaben die getreuen Laverda-Fans ihrem neuen Motorrad einfach den Namen des Ursprungsorts: nämlich Breganze. Dabei spielte ihnen der Zufall in die Hände. Sie konnten ein Ersatzteillager mit alten Komponenten der zuletzt produzierten Motorengeneration übernehmen. Dieser Rohstoff reicht für eine Kleinserie, die selbstverständlich ihren Preis hat. Wie das Motorrad für ausgesuchte Liebhaber aussieht und wie es sich fährt, offenbaren Ihnen unsere beiden Italien-Korrespondenten ab Seite 20.
Selbstverständlich zeigen wir den Branchenriesen in diesem Heft nicht die kalte Schulter, auch wenn diese, speziell jene der japanischen Provenienz, sich seit geraumer Zeit aus der öffentlichen Wahrnehmung auffallend zurückgezogen haben. Im großen Testteil haben wir uns diesmal die Honda VFR 1200 mit automatisiertem Doppelkupplungsgetriebe vorgenommen. Motorrad-High Tech, sozusagen, die in dieser Form derzeit einzigartig am Markt ist. Ob der ganze Aufwand dazu angetan ist, tatsächlich die Freude am Motorradfahren ein Stück weiter zu befördern, sagen wir frank und frei ab Seite 62.
Zurück zu den Wurzeln der Fahrfreude hieß es dagegen für Testchef Guido Kupper. Die ganze Saison über kniete er sich zusammen mit dem Testteam in den großen Reifentest. An der entscheidenden Schnittstelle zwischen Asphalt und Motorrad spürte er im Spannungsfeld zwischen Haftung, Kurvenfreudigkeit und Rückmeldung mit geschärften Sinnen die idealen Reifenpaarungen auf. Seine Endergebnisse erwarten Sie in dieser MO-Ausgabe.
Schließlich möchte ich Ihre Aufmerksamkeit noch auf eine ganz besondere Veranstaltung lenken. Am ersten September-Wochenende (31. August bis 2. September) findet auf der ehemaligen Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart wieder das Glemseck 101-Treffen statt. Dabei geht es nicht nur um Klassiker und guten alten Cafe Racer-Spirit, sondern ganz zentral um die ewig junge Art des urwüchsigen Motorradfahrens. Seien Sie dabei, ganz egal, ob sie eine große oder kleine Motorradmarke bevorzugen. Die Freude am Krad wird in jedem Falle riesig sein.

Großartige Spätsommer-Erlebnisse wünscht

Jo Soppa
Chefredakteur
 

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ORIG-Magazin 04-2012

orig. Klassiker und Originale - das neue Magazin für Vintage-Kultur für Männer mit Lust auf ehrliche Dinge

orig.-Magazin, Ausgabe 04-2012Aus dem Inhalt:
  • Plattenspieler
  • Nordmende Parsifal Stereo
  • Schottischer Whisky
  • Tripad-Fahrräder
  • Lockheed Super Constellation
  • Mille Miglia
  • Peogeot 205
  • Zeiss Ikon Contarex
  • Designer Dieter Rams
  • …und vieles mehr

Weitere Informationen auf www.orig-magazin.de


Quad Magazin 2012-05

Quad Magazin 2012-05Die neue Ausgabe von Quad Magazin ist randvoll mit interessanten Themen und Neugikeiten.

News: Szenenews

Eyecatcher: Das neue Sport-UTV von John Deere

Test-Spezial: Goes G 520F, Yamaha Grizzly 550 EPS, Cectek Gladiator T4 EFI, Suzuki King Quad 500 AXi 4x4, Honda Foreman TRX 500 PFA

Fahrbericht: Yamaha YFM 700 R

Modelle 2013: Can-Am Offroad-Modellpalette

Technik: Schraubenratgeber

Recht: Anhang ohne Folgen

Bekleidung: Textil-Kombis im Vergleich

Sport: Endurocup ECHT, German Cross Country, Deutsche Moto-Cross-Meisterschaft, Endurance Masters


Klassik Motorrad 2012-05

Klassik Motorrad 2012-05Wieder eine neue Ausgabe, prall gefüllt mit Geschichten aus der Oldtimer-Szene

Legende: Imme R 100

Magazin: NVT und der Vierzylinder, NVT und die Sowjets

Klassiker: Laverda 75, Norton Command

Youngtimer: Geheimtipps zu R und K 10

Sport: Harley-Davidson Bahnrennmaschine

Szene: Theofried Jeckel, Zweitakt-Trophy GP250, Moto Cross-Show Imola, Walldürn 2012, Biker's Classic 2012

und vieles mehr


Motorrad-Magazin MO 2012-08

MO 2012-08

Leitartikel: Motorrad-Erlebnisse lassen sich nicht kaufen. Man muss sie einfach selbst machen

Die „Raus-aus-dem-Alltag“-Ausgabe mit großem Erlebnis-Spezialteil. Spannende Reportagen mit  brillanten Bildern zum Thema „Erlebnis Motorradfahren“. Dafür sind Motorräder da – sei es mit der Triumph Tiger Pässefahren, mit einer Yamaha XS 650 durch die Wüste heizen, mit Mofas über den Stoppelacker pflügen, mit der Suzuki Katana in Spa fighten und noch mehr

 

Weitere Themen:

 

BMW S 1000RR, Dunlop Roadsmart II, Metzler Z8 Interact M/O BMW K 1600 GT, TriDays, Suzuki RGV 250, Triumph Tiger, Yamaha XS 650, Suzuki Katana, Bimota DB 2 uvm.


2012-08 Leitartikel

Jo Soppa - Chefredakteur MO

Jo Soppa

Die MO-Erlebniswelt

Motorrad-Erlebnisse lassen sich nicht kaufen. Man muss sie einfach selbst machen

Großes Feuerwerk, Beifall, Dankesreden. In diesem Sommer konnte ich mein 25-jähriges „MO-Dienstjubiläum“ feiern. Ein Vierteljahrhundert Motorrad-Journalismus, ein Vierteljahrhundert Motorrad-Technik. Das hört sich wichtiger an, als es sich in Wirklichkeit darstellt.
Mehr als die Technik haben sich die Motorradler selbst gewandelt. Das lässt sich beim Durchblättern alter MO-Ausgaben sofort erkennen, dazu muss kein Wort gelesen werden. Die Szene ist sichtbar in die Jahre gekommen. Da hilft im Gegensatz zum Motorrad-Oldie auch keine noch so gute Pflege. Motorrad, das ist heute ein Freizeit-Sport, dem zuvorderst die so genannten „Best Ager“ zugetan sind. Also all jene, die zu den geburtenstarken Jahrgängen der fünfziger und sechziger Jahre zählen. Das spiegelt sich in den Ansprüchen an ein neues Motorrad. Die Wünsche der Kundschaft lassen sich in drei Begriffe fassen: Komfort, Nostalgie und Sportlichkeit. Diese Reihenfolge ist auch eine Wertung in der Wichtigkeit. Komfort steht ganz vorne. Stichwort „Vollausstattungs-Mentalität“. Der Hersteller gewinnt, der die meisten Gimmicks auffahren kann. Dann die Nostalgie. Stichwort „Harley-Davidson“. Freiheit, Rebellion, Jugendlichkeit. Auch wenn es nur ein nettes Traumbild ist. Es tut gut. Der letzte Punkt, nämlich die Sportlichkeit, spielt auch noch hinein. Stichwort „Fit bis ins hohe Alter“. Wer sich mit 70 noch auf eine radikale Ducati Panigale zwingt, beweist sich und der Umwelt, dass die Spannkraft noch nicht völlig flöten gegangen ist.
Überflüssig zu erwähnen, dass die eigentliche Jugend, der allenthalben vermisste Nachwuchs, mit dieser Motorradszene nicht zu ködern ist. Die Jugend macht bekanntlich ihr eigenes Ding, und das hat durchaus mit zwei Rädern zu tun. Wenn auch etwas Entscheidendes fehlt, nämlich der Motor zwischen den Beinen. Dafür ist die Sache mit Freestyle-Akrobatik oder Downhill-Gefräse richtig schön prickelnd gefährlich. Ganz wichtig: Sie ist vor allem durch die Erwachsenenwelt so gut wie nicht reglementiert. Ein echtes Freiheits-Dorado. Noch.
Im Motorradbereich hat man dagegen beizeiten dem Nachwuchs durch frühes Kriminalisieren und Bürokratisieren aller Experimentier- und Erfahrungs-Erlebnisse den ominösen Spaß vergällt. Da frage nicht nur ich mich, ob sich eine Gesellschaft, die maßgeblich von der motorisierten Fortbewegung lebt, es sich überhaupt leisten kann, ihrem Techniker-Nachwuchs derart die Finger in der Zugangstür zu vital inhalierten Erkenntnissen zu quetschen. Scheinbar ja, denn andererseits ist es schwer zu verstehen, wenn bleichgesichtige Tastenjunkies, die es mit einer dämlichen Idee zum Internet-Milliardär geschafft haben, zu Ikonen der Moderne ausgerufen werden. Die Botschaft lautet: Scheiß drauf, was du machst, Hauptsache, es generiert viel Kohle. Und es ist digital.
Womit ich wieder bei 25 Jahren MO wäre. Stärker als die Motorräder hat sich nämlich in diesem Vierteljahrhundert auch die Medienlandschaft verändert. Die Zeiten, da ein Zeitschriftenverlag dank sprudelnder Werbeeinnahmen einer Lizenz zum Gelddrucken gleichkam, sind seit eben genau jenen 25 Jahren passé. Die allgemein wirtschaftlich verschärfte Situation der jüngeren Vergangenheit – Stichwort Eurokrise – hat die Sache nicht einfacher gemacht. Als Leser der einschlägigen Magazine haben Sie es an den Preiserhöhungen ablesen können. Wo Anzeigengelder fehlen, müssen die Heftpreise steigen. Steigende Heftpreise werden aber nur akzeptiert, wenn das Heft die Erwartungen des Lesers erfüllt. Sprich, jeder möchte am liebsten das ganz auf seine persönlichen Vorstellungen zugeschnittene Heft haben. Das wird zu einer noch schärferen Spezialisierung der Hefte führen. Die nächste Frage ist dann, ob diese spezialisierten Hefte wirtschaftlich funktionieren. Als recht schlank produzierender Verlag haben wir auf diesem Gebiet bereits seit etlichen Jahren wichtige Erfahrungen gesammelt. Stichwort „BMW Motorräder“-Sonderheft, das es bereits seit 1999 aus dem MO Medien Verlag gibt, und das trotz respektablem Heftpreis angenommen wird. Ein schöner Erfolg, der selbstredend Nachahmer auf den Plan ruft.
Trotz aller Krisen, eines ist ungebrochen: Der Erlebniswert, den ein Motorrad, ganz gleich ob Oldie oder flammneu, zu vermitteln vermag. Deshalb haben wir als zentralen Dreh- und Angelpunkt in dieses Heft den Schwerpunkt „Motorrad-Erlebnis“ für Sie eingebaut. Gezeigt werden die unterschiedlichsten Facetten, die sich unter dem großen Überbegriff Motorrad-Sport darstellen lassen. Dabei ist mit Sport nicht der Wettstreit, sondern die persönliche Einstellung zum Thema gemeint. Denn das ist Sport im ursprünglichen Sinn. Dabei müssen die eindringlichsten Erlebnisse nicht immer hart, unkomfortabel und schmerzhaft sein. Sie können es aber.
Lassen Sie sich animieren, begeistern, inspirieren. Denn die Erlebnisse sind es, für die wir unser Geld ausgeben sollten. So gesehen ist diese August-Ausgabe Ihrer MO ein mehr als preiswertes Vergnügen. Schließlich hoffe ich ganz eigennützig für uns beide, Sie als treuen Leser an dieser Stelle in 25 Jahren immer noch begrüßen zu dürfen.

Mit sportlichem Gruß

 

Jo Soppa, Chefredakteur

 

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