2013-12 Leitartikel

Leitartikel

Jo Soppa - Chefredakteur MO

Jo Soppa

Volle Hütte

Der Boden bebt, zu­mindest in den Messehallen. Was sich auf der großen Herbstschau in Mailand ankündigte, lässt zumindest aus Motorradsicht auf ein höchst unterhaltsames Jahr 2014 hoffen. Ganz wichtig: Japan meldet sich auf breiter Linie zurück. Abgeschüttelt scheint die Schockstarre, die 2011 das ganze Land nach der Katastrophe vom Fukushima gelähmt hat. Wobei dieses Unglück unermess­lichen Ausmaßes zwar vorbei, aber noch lange nicht überwunden ist.
 So nichtig angesichts derartiger Bedrohungen der Tanz um die aus den Motorradwerken trabenden Neuheitenkälber auch erscheinen mag, so wichtig sind die antreibenden Rhythmen des Alltagslebens auf der Suche nach neuer, wenn auch geänderter Normalität. Wir dürfen an dieser Stelle allen Modell-Offensiven aus den Häusern Honda, Yamaha, Kawasaki und Suzuki vorbehaltlos applaudieren. Was da im Einzelnen auf die gespannte Motorradszene zukommt, erfahren Sie in der Neuheitenschau ab Seite 6.
 Die vielleicht bemerkens­werteste Neuheit jedoch kommt aus Amerika, genauer gesagt aus Indien. Dort nämlich lässt Harley-­Davidson sein komplett neu entwickeltes, wassergekühltes Budget-Modell mit 500 und 750 ccm großen V-Twins produzieren. Zu allererst geschieht das für jene Märkte, die wir hier etwas despektierlich unter der Überzeile „Schwellenländer“ handeln. Tatsächlich geht im südost-asiatischen Raum nicht nur motorrad­mäßig derart die Post ab, dass der Begriff „Dritte Welt-Land“ heute mehr auf große Teile von Nord­amerika, als für diese von jungen, umtriebigen und tüchtigen Menschen dominierten Regionen zutreffen mag.
 Auch aus bundesdeutscher Sicht verliert man da mitunter leicht den Maßstab. Zwar ist der hiesige Motorradmarkt mit seinen insgesamt rund 100000 Einheiten per anno immer noch eine wichtige Landmarke im euro­päischen Geschäft, aber man sollte sich zugleich auch klar machen, dass dieses Volumen ein einziger Hersteller locker bedienen könnte.
Entsprechend deutlich werden die Verteilungskämpfe zutage treten, die bei der Vielzahl an Anbietern und vor allem Modellen hierzulande in den kommenden Monaten an­stehen. Der Handel darf sich auf ein heißes Frühjahr freuen.
 Bei gut vier Millionen Motorradfahrern in Deutschland spielt die große Musik freilich im Bestand. Das spiegelt sich auch in dieser MO-Ausgabe wider. Neben den Neuheiten aus Japan und der restlichen Welt zeigen wir in dieser Dezember-Ausgabe auch ganz private japanische Spezialitäten. Aufgebaut wurden diese Motorräder auf günstigen Ge­brauchtmodellen, was sie im End­ergebnis nicht minder attraktiv macht, als manchen neuesten Wetzhobel von der Stange. Aber sehen Sie selbst, ab Seite 18 eröffnen wir die große Schau der „Japan-Specials“.
Das alles ist guter, von Hand ge­machter Stoff, der ebenso zum händischen Fahren ohne Netz und doppelten Boden einlädt. Denn auf der anderen Seite der Straße, in den Auslagen der Motorrad-Händler­schaft, warten heute zunehmend mit elektronischen Hilfssystemen ausgestattete Produkte auf die Kundschaft. Das alles macht das Fahrerlebnis zwar nicht schlechter, sondern aus dem Blickwinkel des Technikers vor allem eines: sicherer. Emotional geht dem einen oder anderen möglicherweise im alten Mensch-Maschine-Spiel ein Stück weit das direkt ans Geschehen angekoppelte Gefühl verloren. Und wer sich den Weg der digitalen Möglichkeiten bis ans Ende vorstellt, der landet zwangsläufig nach dem vollautomatisch selbst fahrenden Vehikel beim rein virtuellen Erlebnis in einer neuen Cyber-Parallel­welt. Die einzige Gefahr, die dann droht, ist ein Stromschlag aus dem überlasteten Computer.
Wenn ich Sie jetzt mit meiner Zukunftsvorschau ein wenig betrübt haben sollte, dann will ich Ihnen noch eine andere Neuheit für 2014 verraten: Brough Superior ist zurück. Jene legendäre englische Marke, die in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg als „Rolls Royce der Motor-räder“ galt, präsentierte sich in Mailand so klassisch, wie man sich nur klassisch präsentieren kann. Und wenn diese Perle nicht so ganz zu Ihrem Geldbeutel passt, dann habe ich noch eine frohe Botschaft: ­Yamaha bringt die SR wieder. Mit Einspritzung und 400 ccm Hubraum. Die Zukunft braucht eben doch immer ihre Vergangenheit.

Beste Unterhaltung mit einer 
gut angewärmten MO-Ausgabe

im kalten Dezember wünscht




Jo Soppa

Chefredakteur

Jo Soppa (Chefredakteur)
 

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9ELF-Magazin 01-2014

9elf – Was Porsche-Fahrer bewegt

9ELF beginnt dort, wo andere Automobil-Magazine mit dem Thema Porsche aufhören. Fundiert recherchiert, opulent bebildert und hochwertig ausgestattet, präsentiert 9ELF die faszinierende Technik, Geschichte und Fahrdynamik der Sport- und Rennwagen aus Zuffenhausen. Hintergrundberic,hte über Porsche und seine Rennsport-Aktivitäten, neues aus dem Service- und Zubehör-Markt sowie aktuelle Nachrichten machen 9ELF zum unverzichtbaren Medium für alle Porsche-Enthusiasten.

 

9elf - Ausgabe 01.2014

2013-11 Leitartikel

Jo Soppa - Chefredakteur MO

Jo Soppa

Kompromisse

So kurz nach der Bundestagswahl im bis dato mehrheitslos dahin dümpelnden Land stellt sich der bundesregierte Bürger bisweilen besorgt seine Fragen. Etwa, warum auch ohne Frau Merkels göttliche Eingebungen auf Regen wieder Sonne folgt oder warum sich trotz propagiertem Weltuntergangs-Szenario die globale Erwärmung seit gut 15 Jahren ­partout nicht mehr an die Voraus­sagen der Wissenschaft halten will und einfach nicht mehr weitergeht. Als Motorradfahrer haben wir zwar nach den letzten schlotternd durchgefrorenen, elend langen Wintern irgendwie geahnt, dass an der ganzen Globalprognose etwas faul sein muss, aber kürzlich hat Klima­experte Hans von Storch (!) tatsächlich öffentlich eingeräumt, in den ganzen Rechenmodellen müsse ein gewaltiger Fehler stecken, oder man habe die Rechner mit ungeeigneten Daten gefüttert. Kurzum: Alles Zufall, nix Genaues weiß man nicht.
Mit Expertenwerk der „Eliten" haben wir in den letzten Jahren ohnehin so unsere ganz speziellen Erfahrungen gemacht. Die so genannte Wiedervereinigung – ganz schön vergeigt. Der Euro – du liebe Güte. Neuer Flughafen Berlin – au Backe. Und hier in Stuttgart bekommen sie noch nicht einmal einen Bahnhof auf sinnvolle Art und Weise modernisiert.
Es ist wie beim Fußball. Die Kenner auf der Tribüne wissen es immer besser. Jedenfalls so lange, bis sie selbst ran müssen. Dann stellt man schnell fest, dass sämtliche Unternehmungen, zu denen mehr als zwei Personen gebraucht werden, auf Kompromissen aufbauen. Wenige Beteiligte gleich wenige Kompromisse, viele Beteiligte gleich viele Kompromisse. Akzeptable Kompromisse kommen vor, und natürlich auch jede Menge faule Kompromisse.
Womit ich thematisch bei der neuen Klassik-BMW angelangt wäre. Auch dieses Motorrad wird einmal mehr für reichlich Diskussionsstoff sorgen. Viele BMW-Fans werden nicht verstehen, warum man im Werk nicht gleich den neuen Wasserboxer eingebaut hat, manche werden es als technischen Rückschritt empfinden, dass bei diesem Modell von der be­währten Telelever-Vorderradführung auf ein konventionelles Teleskop-System abgerückt wurde. Anderen wird der neue Klassik-Boxer zu wenig puristisch-klassisch sein, der Nächste wird die neue BMW R nineT als typische Lifestyle-Krücke für Yuppies geißeln. So ist das immer. Ich frage mich auch seit ewigen Zeiten, warum es in Deutschland nicht zumindest eine von vorne bis hinten richtig geil gemachte Motorrad-Zeitschrift gibt, zumal wir ja selbst ein paar davon in Umlauf bringen. Vielleicht weil wir selbst unsere heftigsten Kritiker sind und weil herummosern immer einfacher als selber machen ist. Vor allem dann, wenn man nicht alle Zeit und alles Geld dieser Welt hat und die Sonne am Tag der Druckabgabe wieder 'mal ganz ohne Frau Merkels Hilfe aufgeht.
Jedenfalls finde ich die neue BMW R nineT wunderbar. Endlich eine Meldung für 2014, über die das Prädikat „Gut gemacht" passt. Lesen Sie mehr über das neue Urgewächs aus Bayern ab Seite 8.

Und denken Sie daran: Mängel sind die Schlaglöcher auf dem Weg zur Perfektion. Viel Vergnügen mit Ihrer November-MO wünscht

Jo Soppa (Chefredakteur)
 

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Motorrad-Magazin MO 2013-11

Motorrad Magazin MO, Ausgabe 2013-11

Leitartikel: Kompromisse
Titelthema der MO-November-Ausgabe ist die brandneue BMW R nineT, die passend zum Jubiläum "90 Jahre BMW" erstmals öffentlich gezeigt wird. Echte Boxerfans haben auf den klassischen Roadster schon jahrelang gewartet. Wir zeigen erste Bilder und liefern erste Fakten.
Weiteres: Vorstellung von Modell-Neuheiten fürs Jahr 2014 und Tests vom Evergreen Suzuki Bandit 1250 S, von der nagelneuen Kawasaki Z 1000 SX, vom indischen Cafe Racer Royal Enfield Continental GT, Reportage über den Red Bull-Alpenbrevet mit dem Mofa, das Sound-of-Singles-Revival und mehr.


Motorräder aus Italien Ausgabe 16

iMotorräder aus Italien Ausgabe 16Motorräder aus ITALIEN seit dem 11. Oktober im Handel

Eine neue Ausgabe das Sonderheft „MOTORRÄDER aus ITALIEN" ist im Handel erhältlich. Die aktuelle Ausgabe widmet sich in einem Guzzi-Spezial unter anderem wundervollen Kreationen aus Mandello Del Largo sowie vielen weiteren Themen rund um die Grün-weiß-roten Marken


Klassik Motorrad 2013-06

Klassik Magazin - Ausgabe 06.2013 Wieder eine neue Ausgabe, prall gefüllt mit
Geschichten aus der Oldtimer-Szene

Wieder eine neue Ausgabe mit vielen spannenden Geschichten rund ums Thema Oldtimer und Youngtimer. Neues aus Indien: Royal Enfield präsentiert ein Sportmotorrad, die Continental GT, die Sieger im Klassik Motorrad Sidecar Cup, Vier-in-eins-Auspuff von Harris. Und vieles, vieles mehr.


BMW Motorräder Ausgabe 47

Weiss-blaue Geschichten über die neueste Technik, Tuning, Touring, Klassiker, Youngtimer sowie über die Menschen mit und von BMW. Die neueste Ausgabe "BMW Motorräder Nr. 47"

BMW Motorräder, Ausgabe 47

2013-10 Leitartikel

Jo Soppa - Chefredakteur MO

Jo Soppa

Vorbildlich
Glemseck 101. So heißt der Glücksfall für die europäische Motorradszene

In Deutschland hört man das nicht gerne: Die Motorisierung begann mit dem Motorrad, nicht mit dem Auto. Und das erste Auto des kleinen Mannes waren weder das Goggomobil noch der VW Käfer, sondern der Beiwagen am Motorrad. Die Zweiradszene ist die vitale Pionierlandschaft der technischen Entwicklungen, und es überrascht bei genauer Betrachtung nicht, dass sich daran bis heute nichts geändert hat.
Während die Autobranche seit Jahren krampfhaft versucht, ihre technisch völlig überladenen Konzeptionen halbwegs zukunftsfähig zu machen, ist das Elektrozweirad schon längst als funktionstüchtige Realität millionenfach im Alltag angekommen. Zugegeben, diese asketischen Elektro-Fahrräder finden die wenigsten Big Biker besonders prickelnd. Seit den sechziger Jahren wird die deutsche Motorrad-Szene in erster Linie von Spaßfaktor und persönlichem Lustgewinn befeuert. Seit aber eine unselige Allianz aus Politik und Geldwirtschaft immer höhere Schuldenberge aufhäuft und alle darauf hoffen, dieser gewaltige Finanzturm möge an einem möglichst fernen Sankt Nimmerleinstag an seinem Sockel abbrechen und im Weltall des frommen Wunschdenkens verschwinden, ist vielen klar geworden, dass Gigantomanie eine sehr dunkle Kehrseite hat.
Diese Erkenntnis ist auch bei den Herstellern angekommen. Nachdem es im Motorradbau ebenfalls immer gemäß der alten Formel „größer, schneller und weiter" voran ging, ist in letzter Zeit eine deutliche Tendenz in Richtung „gesunde Mitte" erkennbar. Neu ist das nicht. Motorräder, die eine attraktive Mischung aus Kosten und Fahrfreude darstellen, sind seit jeher Renner im Verkauf. Erstaunlicherweise schien diese Sichtweise im Zuge einer zunehmenden Spezialisierung und damit Radikalisierung der Konzepte etwas aus dem Fokus geraten zu sein. Doch inzwischen gibt es nicht nur eine Kawasaki ER-6, Yamaha XJ6, BMW F 800 oder Suzuki Gladius, sondern auch attraktive Offerten wie KTM Duke 390 oder Honda CB 500 R. Motorräder, die in der preislichen Größenordnung von 5000 Euro angesiedelt sind und einmal mehr beweisen, dass Gutes nicht teuer erkauft sein muss. Den großen Test der neuen Honda CB 500 R finden Sie in dieser MO-Ausgabe ab Seite 50.
Bewegung ist auch in die Imagekultur rund ums Motorrad gekommen. Nachdem Marketing-Experten jahrelang nichts Besseres wussten, als den Handel aus den Innenstadtlagen auf die grüne Wiese in möglichst sterile Neubauten abzudrängen, setzt sich so langsam die Erkenntnis durch, dass es keine schlechte Idee wäre, das Motorradthema wieder näher an die Menschen heranzutragen.
Früher war der lokale Rennsport eine Plattform für Motorradwerbung. Doch die kleinen Veranstaltungen, wo man als neugieriger Normalo für kleines Eintrittsgeld Rennluft schnuppern und die Faszination Motorradtechnik erleben konnte, wurden von Umweltaktivisten und sonstigen Umerziehern abgewürgt. Die Motorrad-Hersteller flüchteten in hässliche und abgelegene Großarenen, die auf unbedarfte Interessierte den Charme einer Haftanstalt ausüben und dazu nur über teures Geld zu betreten sind. Positive Vibes sehen anders aus.
Unglaublich positive Schwingungen konnte indes jeder Neugierige spüren, der am ersten September-Wochenende bei freiem Eintritt zum Leonberger-Glemseck – gelegen an der ehemaligen Solitude-Rennpiste – pilgerte. Durch eine fast schon wundersam zu nennende Verkettung glücklicher Umstände wurde dort zum achten Mal das Glemseck 101-Festival zelebriert.
Ausgehend von einem Treffen für Cafe Racer, hat sich daraus ein Motorrad-Meeting für alle entwickelt, bei dem eines ganz besonders stimmt: der Motorradspirit. Aus diesem Grund waren auch Markengrößen wie Suzuki, Vespa, Triumph, BMW, Harley, Royal Enfield, KTM, Norton, Victory, Kawasaki, Metzeler und Nolan-Helme „am Eck". Anfassen, schauen, staunen, riechen, ausprobieren. So muss das sein. Für mich ist Glemseck 101 die wichtigste Motorradveranstaltung in Europa. Denn sie ist schon jetzt das neue Leuchtfeuer und hat überragende Signalwirkung. Gute 50000 Motorrad-Interessierte waren dabei. Lesen Sie unseren großen Report ab Seite 86.

Viel Vergnügen mit Ihrer Oktober-MO wünscht

Jo Soppa (Chefredakteur)
 

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Motorrad-Magazin MO 2013-10

Motorrad Magazin MO, Ausgabe 2013-10

Leitartikel: Vorbildlich. Glemseck 101. So heißt der Glücksfall für die europäische Motorradszene

In unserem September-Heft zeigten wir Ihnen die ersten Bilder der neuen Indians, inzwischen konnten wir sie schon fahren, die drei neuen, herrlichen Modelle. Es sind wirkliche Motorräder für Männer, dem Schwerpunktthema dieser Ausgabe


ORIG-Magazin 04-2013

ORIG.-Magazin 04.2013

Die Ausgabe 4/2013 ist im Handel

Lifestyle ist uns wurscht. Wir haben einfach Freude an klassisch gutem und inspirierend originellem Zeug: Analoge Fotoapparate (es muss nicht immer Leica sein...), schöne Fahrräder (man kann sich auch ohne Singlespeed plagen...), Autos aus der goldenen Schmiernippel-Ära (nicht schon wieder der Flügeltüren-Mercedes...), analoges HiFi (und, ja, es gibt noch andere als Accuphase und McIntosh...), dazu Hintergründiges, Sachverständiges und spitzfindig Anregendes aus Handwerk, Kultur und Lebensart.

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